Biographie


Julia PolziehnDie in Düsseldorf als Tochter einer Schauspielerin und eines Kunsthistorikers geborene Cellistin Julia Polziehn machte angeregt durch die frühe kulturelle Prägung ihres Elternhaus bereits im Alter von vier Jahren ihre ersten musikalischen Erfahrungen. Fünfjährig begann sie angeregt durch einen Konzertbesuch das Violoncellospiel. Drei Jahre später folgten  Klavier- sowie Quartett-Unterricht und erste Orchestererfahrungen. Dabei hatte sie das Glück, von Anfang an von Lehrern unterrichtet zu werden, die ihre Begeisterung für lebendiges Musizieren förderten. U. Selge-Rolle, S.Palm-Schülerin, vermittelte ihr den Spaß am Cellospielen und legte ein technisch hervorragendes Fundament, während A.van Megen, Schülerin des Amadeus-Quartett, ihre Leidenschaft für die Kammermusik weckte.


Bereits vor ihrem Abitur erhielt sie als Jungstudentin Cellounterricht an der Musikhochschule Köln bei Prof. Maria Kliegel, bei der sie später auch ihre künstlerische Reifeprüfung ablegte. Am gleichen Institut absolvierte sie ein Kammermusik-Studium beim renommierten „Alban-Berg-Quartett“ und ergänzte ihre umfassende Ausbildung durch Kammermusik-Unterricht bei I. Ozim, R. Moog, P. Novsak,  P. Gililov, Barockcello-Unterricht bei  R. Zipperling und Barockensemble-Spiel bei P. Matzka. Sie belegte die Seminare Jazzensemble-Spiel und Improvisation und machte eine Regieassistenz-Ausbildung an der Kölner Opernschule. In der Folge inszenierte sie an der Kölner Musikhochschule Brechts „Dreigroschenoper“ und für die „Kölner Kammeroper“, die sie mit begründete Humperdincks „Hänsel und Gretel“ und Mozarts „Zauberflöte“, die sie zudem als Kinderoper konzipierte.


Ihre Studien ergänzte Julia Polziehn durch ein Kammermusik-Studium mit ihrer Duo-Partnerin Daniela Grenz (Bajan / Einzeltonakkordeon) an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bei Prof. Klaus Heitz und Prof. Elsbeth Moser. Für das abschließende Konzertexamen erhielten beide Musikerinnen eine Auszeichnung und sind seitdem als „Duo Bajanello“ international gefragt.
Die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben und Meisterkursen, u.a. bei Arto Noras, David Geringas und Boris Pergamenschikow, ebnete  den Weg zu einer regen Konzerttätigkeit, wobei die Cellistin ihren künstlerischen Schwerpunkt auf ihr kammermusikalisches Wirken legt. Das Repertoire umfasst die Literatur verschiedenster Besetzungen: Duo Klavier/ Violoncello, Duo Violine/ Violoncello, Streichtrio, Klaviertrio, Streichquartett und daraus erweiterte Besetzungen. Sie ist u.a. Mitglied des „Rheinischen Bach-Collegiums“, des „Franz-Lehár-Ensembles“, des „Duo Arioso“ und des „Lombardini-Trios“ (www.lombardini-trio.de). Mit der Pianistin Kira Ratner verbindet sie eine langjährige intensive Zusammenarbeit, seit 2009 arbeitet sie zudem erfolgreich mit dem Pianisten Michael Krücker zusammen.

Julia Polziehn und Kira Ratner sind ein seit frühen Studienjahren in Köln perfekt aufeinander eingespieltes Duo. Für beide hat neben ihrer umfangreichen Lehrtätigkeit sowie ihrem solistischen Spiel das Konzertieren in dieser kleinsten kammermusikalischen Besetzung höchsten Stellenwert.
Ihr umfangreiches Repertoire, das vom Barock bis in die Aventgarde, von kleinen Piecen bis zu den großen Sonaten reicht, präsentieren die beiden Musikerinnen besonders gerne in Gesprächskonzerten, die ihnen die Gelegenheit geben, dem Publikum ihre Auseinandersetzung mit der jeweiligen Komposition, die sie als Dialog in dreifachem Sinne verstehen, nahezubringen: Zum einen der Dialog mit dem Werk und seinem Komponisten, darüber hinaus der der Instrumentalistinnen und schließlich der alles entscheidende Dialog mit dem Publikum.
Nach langjähriger Konzerterfahrung haben die beiden nun begonnen, nach und nach ihr Repertoire im Verlag Dohr, Köln, aufzunehmen. Die erste CD dieser Reihe mit Werken von Mendelssohn, Kiel und Brahms liegt nun vor.


Seit 2011 ist Julia Polziehn Solocellistin des noch jungen überaus erfolgreichen Düsseldorfer Ensembles "Camerata Louis Spohr" unter der Leitung von Bernd Fugelsang sowie des eng damit in Verbindung stehenden "Symphonieorchesters an Matthäi". Herausragende Produktionen wie das Opern-Projekt "Gianni Schicchi" in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer "Robert-Schumann-Hochschule" der "Camerata Louis Spohr" und Aufführungen des Bachschen Weihnachtsoratoriums, der Matthäus-Pssion und der Johannes-Passion sowie des Requiems von Verdi des "Symphonieorchesters an Matthäi" mit der renommierten Kantorei der Matthäikirche Düsseldorf unter der Leitung von Karlfried Haas sicherten dieser Formation mit einer Besetzungsbandbreite vom Streichquartett bis hin zum sinfonischen Klangkörper einen festen Platz im Musikleben auch über die Grenzen NRWs hinweg. (www.Camerata-Louis-Spohr.de)


Neben ihrem eigenen Cellospiel liegt Julia Polziehn ihre umfangreiche Lehrtätigkeit im Bereich der Förderung von früh- und hochbegabten Kindern, des therapeutischen Instrumentalunterrichtes und des frühen Ensemblespiels am Herzen. Regelmäßig veranstaltet sie Kinderkonzerte, teils selbst, teils mit ihren Schülern als Ergebnis der Arbeit ihres Projektes „Musik von Kindern für Kinder“.


Seit ihrer ersten Dozententätigkeit an der Karl Rahner-Akademie in Köln im Jahre 1997, die sie bis heute fortsetzt, widmet sich Julia Polziehn zudem intensiv der Weiterbildung interessierter Konzertbesucher, indem sie ihnen neue Wege des Hörens vermittelt.


„(...) Julia Polziehn ist eine Begabung im in der heutigen Zeit außergewöhnlichen, sehr umfangreichen Sinne: Als klassische Cellistin ist sie von höchster Qualität. Ihr musikalischer Horizont reicht jedoch weit über das klassische Feld hinaus, auch über ihr Instrument. (…) “

(Hans Lüdemann / Pianist, Komponist)